Yoga-Atmung Sinn und Technik

Artikel: Mai/2018

Warum beim Yoga die Atmung so wichtig ist

Yoga ist eine Mischung aus Bewegung, Atmung und Dehnung. Jede Yogaübung wird durch die Yoga-Atmung (Pranayama) unterstützt, egal ob die Bewegung schnell ist oder der Yogi in seiner Dehnung ruht. Der Grund, dass wir uns beim Yoga auf unsere Atmung konzertieren liegt darin, dass im Alltag selten bewusst geatmet wird und der Mensch durch seine natürlichen Reaktionen in Atemmuster verfallen kann, die nicht gut für sein Befinden sind.

Die Atmung erfolgt in aller Regel natürlich, wird aber durch Emotionen in ihrer Intensität beeinflusst. So kann die natürliche Reaktion des Geistes Positives oder auch Negatives hervorrufen. Wenn sich der Mensch zum Beispiel freut, wird die Atmung tief und weit, ist der Mensch traurig oder deprimiert wird die Atmung flach und eng. Sind die Emotionen oft negativ, verfällt der Mensch in ein flaches Atemmuster. Dies ist wie eine Spirale zu sehen, die Atmung ist flach, deshalb kommen kaum positive Emotionen auf. Negative Emotionen sorgen für eine flache Atmung.

Ein anderes Problem ist, dass Menschen oft durch Aufregung oder Stress der Atem stockt. Deshalb fokussiert sich Yoga auf eine längere Ausatmung, denn die Einatmung ist natürlich, doch das Ausatmen, das loslassen, findet im Alltag oft nicht statt. Jeder Yogi hat mit Sicherheit schon erlebt, dass eine lange Ausatmung den Körper ruhiger werden lässt und tief entspannt. Somit ist festzuhalten, dass Yoga die Atmung intensiviert und das Ausatmen trainiert. Außerdem sorgt Yoga für entspannte Stunden nach der Praxis, da durch Bewegung und Atmung Stress losgelassen wurde.

Eine wichtige Atemtechnik beim Yoga ist die Ujjayi-Atmung, sie konditioniert uns darauf, dass wir durch ihre Übung und dem bewussten Lauschen dahin kommen, dass wir auch in stressigen Situationen nicht mehr die Luft anhalten, sondern entspannt weiteratmen.

Ujjayi-Atmung – Wichtige Unterstützung beim Yoga

Die Ujjayi-Atmung wirkt im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, da der Yoga-Treibende bei den Bewegungsübungen mit einem reibenden Geräusch atmet. Dies generiert er, indem er die stimmbildenden Muskeln im Kehlkopf bewusst verengt. Dadurch, dass der Yogi seine Atmung selber hört, nimmt er deren Rhythmus wahr und kann Atemaussetzer feststellen. Er bemüht sich, die Atmung bei den Yogaübungen in einem gleichmäßigen Rhythmus zu behalten und nicht mit den Gedanken abzuschweifen. Die Übung ist es sich selbst zu belauschen und daraus zu lernen. Atemfehler, die in gewissen Momenten gemacht werden, müssen nach und nach verbessert werden. Das Ziel ist die gleichmäßige lange Atmung unabhängig von der körperlichen oder psychischen Situation. Durch das ständige Trainieren der Atmung beim Yoga kann auch bei alltäglichen fordernden Situationen besser geatmet werden, da der Atem auf Gleichmäßigkeit trainiert wurde und sich das Trainierte manifestiert hat.

Was die Ujjayi-Atmung beim Yoga lehrt

  • den Geist zu beruhigen
  • sich mit dem ruhig strömenden Atmen zu verbinden
  • durch das Lauschen auf das Atemgeräusch konzentriert zu bleiben
  • den Atemmuskel durch die durch Yoga erlernte Atmung zu stärken
  • die Atmung ruhiger, tiefer, länger und kraftvoller werden lassen
  • die Atemwege zu entschleimen

So funktioniert die Yoga-Atmung Ujjayi

Tipps vorweg: Strengen Sie sich nicht zu viel an, da sich sonst die Muskeln im Inneren der Kehle verspannen können. Fangen Sie sanft an. Vielleicht probieren Sie die Atem-Übung auch mit einer Yoga-Freundin zusammen aus, so können Sie sich gut unterstützen. Bleiben Sie locker, um den Mundraum zu entspannen, damit der Nacken durchlässig bleibt.

  1. Kommen Sie für die Atemübung in einen bequemen und aufrechten Sitz, so wie Sie es vor der Yogastunde auch tun
  2. Beobachten Sie für Minuten Ihre Atmung, ohne einzugreifen
  3. Sprechen Sie einige Worte in Flüsterstimme, einfach das, was Ihnen so einfällt
  4. Gehen Sie ausatmend in ein flüsterndes „haaa“ über. Atmen Sie ein und aus und merken Sie, wie Ihre Stimmritze verengt ist
  5. Schließen Sie den Mund und fahren Sie fort mit flüsternden „haa“ Lauten, während Sie ganz ruhig tief ein- und ausatmen. Hören Sie konzentriert dem Reibelaut zu, bis Ihnen klar ist wie die Ujjayi-Atmung funktioniert
  6. Nun können Sie die Ujjayi-Atmung so leise werden lassen, dass diese hauptsächlich Sie selber hören und mit sanften Yoga-Übungen beginnen
  7. Lassen Sie sich bei den ersten Yoga-Übungen mit Ujjayi-Atmung anleiten, damit Sie zusätzlich zu der Atem-Technik nicht noch über die Reihenfolge der Yoga-Übungen nachdenken müssen
  8. Konzentrieren Sie sich einfach voll und ganz auf die Atemtechnik und halten Sie trotzdem wie gewohnt Ihre Dehnungen
Quelle: Yoga – Kraft für die Seele von Anna Trökes

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