Räucherwerk damals und heute

Räucherwerk

Artikel: März/2018

Anwendung von Räucherwerk hat Tradition

Das Verbrennen von Räucherwerk hat eine sehr lange Tradition. Laut der Buchautorin Susanne Fischer-Rizzi ging das Entdecken von Räucherwerk mit der Entdeckung des Feuers einher. Die Entdeckung des Feuers liegt einige Epochen zurück. Viele Forscher sind sich einig, dass der Mensch schon vor circa 1 Million Jahren selbst Feuer entfachte.

Als Räucherwerk gelten natürliche Stoffe sowie modifizierte Stoffe, die auf natürlichen Substanzen beruhen und beim Verbrennen sowohl Rauch als auch Duft entwickeln. Unsere Vorfahren verbrannten damals Pflanzen, Teile von Pflanzen oder Bäumen und stellten fest, dass viele Hölzer, Baumharze und Kräuter beim Verbrennen einen besonderen Duft verströmen.

Neben den separat gewonnen Räuchersubstanzen wie Kräuter, Harze oder Hölzer, gibt es verschiedenes Räucherwerk, das von Menschenhand oder Maschinen in eine Form gebracht wird. Dabei werden meist Kräuter, Harze, Hölzer, natürliche Öle oder Blüten für ein bestimmtes Dufterlebnis oder für eine besondere Wirkung gemischt. Zu diesem Räucherwerk zählen unter anderem Räucherstäbchen, Räucherkerzen oder Räucherspiralen.

Länder, die in der Vergangenheit eine sehr starke Räucherkultur pflegten und teilweise noch pflegen sind: Indien, Ägypten, Griechenland, arabische Teilgebiete und Amerika.

Indien: In Indien ist die Duftkultur höchst entwickelt. Dort wird Räucherwerk seit Jahrtausenden für religiöse Zwecke genutzt. Nicht nur der gesamte asiatische Raum wurde durch die indische Duftkultur beeinflusst, sondern Räucherwerk wurde durch menschliche Begegnungen in der gesamten Welt bekannt gemacht. Zum Beispiel lehrten indische Händler den Ägyptern auf ihren Reisen das Räuchern. Von da an übernahmen die Ägypter die Räucherkultur auch für sich.

Ägypten: Die Ägypter nutzen Räucherwerk sowohl für religiöse als auch für spirituelle Zwecke. Sie huldigten mit Verräuchern verstorbene Gottheiten. Ein anderer Zweck des Räucherns war es, aus den verräucherten Hölzern Lebenskraft in sich aufzunehmen, denn der Duft von Bäumen symbolisierte den Menschen in heißen Wüstenregionen Lebenskraft.

Griechenland: Die Griechen übernahmen die Räucherkultur von den Ägyptern. Dort wurde Räucherwerk genutzt, um unangenehme Gerüche zu übertünchen. Bei Tieropferungen entstand ein sehr unangenehmer Geruch, der durch das Verräuchern von Harzen wie Myrrhe und Opoponax erträglich gemacht wurde.

Amerika: Die Indianer waren stets ein sehr naturverbundenes Volk, deshalb hat Räuchern in Amerika eine gewisse Tradition. Besonders bekannt sind Indianer für Ihren respektvollen Umgang mit der Erde. Pflanzen und Tiere waren für die Indianer wie Familie. Sie räucherten die Pflanzen, denen sie kraftvolle Eigenschaften nachsagten und schufen damit eine Verbindung zum Himmel.

Welche Zwecke Räucherwerk heutzutage erfüllt

Räucherungen berühren das Unterbewusstsein und sprechen somit Emotionen an. Durch verschiedene Düfte wird das Wohlbefinden positiv beeinflusst. So werden Menschen zum Beispiel durch Verbrennen von Räucherwerk ruhig und entspannt oder bekommen ein freudiges Empfinden.

Die unterbewusste Beeinflussung der Emotionen erfolgt durch das Riechorgan des Menschen. Der Geruchssinn ist der Einzige der fünf klassischen Sinne -Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten- , der kaum vom Verstand verfälscht oder beeinflusst wird. Das Sehvermögen zum Beispiel hat Probleme etwas zu erkennen, das ihm unbekannt ist; der Mensch kann sein Gehör willentlich auch auf nur das einstellen, was er hören möchte.

Darüber hinaus hat Räucherwerk auch medizinische Wirkungsweisen. So kam eine Studie, die im „Jounal of Ethnopharmacology“ veröffentlicht wurde auf das Ergebnis, dass Räuchern antiviral wirkt.
Auch der Lungenfacharzt und Präsident der österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie bestätigte gegenüber dem OFR, dass das Verbrennen von Räucherwerk Krankheitserreger in der Luft abtötet. Außerdem sei Räuchern bewusstseinserweiternd und unterstütze die Mediation.

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Quellen: Das Buch vom Räuchern von Susanne Fischer-Rizzi, Heilende Rituale mit Räucherwerk von Gerhard Merz, Studie Medizinrauch veröffentlicht im Journal of Ethnopharmacology, Berk Esoterik, Spiegel Online Bereich Wissenschaft, ORF

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