Hotyoga – viel mehr als Yoga bei hohen Temperaturen

Artikel: November/2018

Viele Menschen stutzen zuerst, wenn sie hören, dass wir im Winter Hotyoga machen. Eigentlich ist das Wort selbsterklärend, doch glauben viele Menschen nicht, dass ihre Vermutung über die Yogaart so nahe liegt.

„Yoga bei heißen Temperaturen, was? Warum macht man das?“

Die Antwort auf die Frage ist ganz einfach, zumindest für uns. Der Winter in Deutschland ist sowieso schon kalt und ungemütlich. Von daher ist es sehr wohltuend, bei warmen Temperaturen Yoga zu machen. Selbst eine halbe Stunde bis Stunde nach dem Hotyoga ist einem noch angenehm warm.

Doch die Vorteile, die jemand durch Hotyoga gewinnt, sind viel weitreichender. Sie wurden uns nach und nach richtig bewusst. Kommen wir erst mal dazu, was Hotyoga eigentlich ist, denn es ist viel mehr als Yoga in einem sehr warmen Raum.

Was ist Hotyoga?

Hotyoga, welches auch Bikram Yoga heißt, da es ursprünglich durch den Erfinder Bikram Choudhury bekannt wurde, besteht aus genau 26 Yogaübungen und jeweils einer Atemübung am Anfang und am Ende der Stunde. Die Yogastunde verläuft immer haargenau gleich und findet bei einer Raumtemperatur von 35 bis 40 °Celsius statt.

Zu der festen Yoga-Serie gehören insbesondere komplementäre Körperpositionen, Kräftigungsübungen und Ruhepositionen. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen die Kräftigung der Wirbelsäule und der Rumpfmuskulatur.

Die Vorteile von Hotyoga

Stärkung der Abwehrkräfte

Als wir mit Hotyoga in der kalten Jahreszeit begannen, ist uns schnell aufgefallen, dass wir viel weniger krank werden. Der Körper fühlt sich kräftiger und resistenter an. Im letzten Winter lagen wir keinen Tag wegen einer Erkältung im Bett und hatten an schwächeren Tagen höchstens das, was als anfänglicher Husten bezeichnet wird.

Der Besuch einer Hotyoga-Klasse kann mit einem Saunabesuch verglichen werden, da der Körper sehr warmen Temperaturen ausgesetzt wird. Die Hotyoga-Übungen sind sehr intensiv und verstärken das Hitzeempfinden enorm.

Kontinuierliche Saunabesuche stärken die Abwehrkräfte, genauso macht es eine Hotyoga-Klasse auch. In unserem favorisierten Yogastudio dauert die Hotyoga-Klasse 90 Minuten. 90 Minuten, in denen der Yogi schwitzt und von der Stand-Serie bis zur Liege-Serie alle Asanas (Yogahaltungen) durchführt.

Stärkung der Rückenmuskulatur

Der Rücken wird gekräftigt. Direkt nach der ersten Stunde ist merkbar, was die Yogaübungen für die Wirbelsäule bedeuten. Rückbeugen, Vorbeugen, Wirbel für Wirbel nach oben hin aufrollen, Streckpositionen des Rückens – durch kontinuierliches Training kann die Körperhaltung wesentlich verbessert werden.

Aufbau von Muskeln

Beim Hotyoga wird für einige Positionen viel Kraft benötigt. Deshalb werden schnell schöne Muskelpartien aufgebaut.

Besseres Hautbild

Dadurch, dass der Yogi beim Hotyoga ziemlich schnell ins Schwitzen kommt, wird die Haut mit Feuchtigkeit versorgt. Somit kann das Hautbild langfristig verbessert werden.

Anschließend noch mal alle Vorteile des Hotyogas kompakt zusammengefasst:

Hotyoga..

  • schenkt im Winter Wärme und ein angenehmes Empfinden
  • stärkt die Abwehrkräfte
  • kräftigt den Rücken
  • hilft beim Musekelaufbau
  • verbessert das Hautbild

Alles im Leben mit Maß – empfohlene Häufigkeit von Hotyoga

Wir machen zweimal in der Woche Yoga. Natürlich gibt es auch Yogis, die einmal in der Woche oder jeden Tag Yoga ausüben. Der Hotyoga-Kurs ist kräftigend genug, dass zweimal in der Woche ausreichen würden, um eine dauerhafte Veränderung des Körpers zu sehen und zu spüren.

Für die Stärkung der Abwehrkräfte würde sogar einmal in der Woche Hotyoga ausreichen und einmal die Woche kann ein anderer Yogakurs gewählt werden. Es gibt so viele tolle Yogakurse, die sich aber auf verschiedene Schwerpunkte fokussieren. Im letzten Winter haben wir sehr oft den Hotyoga-Kurs besucht, aber mittlerweile machen wir auch „Bäumchen Wechsel dich“. Alles was gerade gut tut und der Körper braucht.

Hier einige Beispiele, wozu verschiedene Yogaarten besonders gut sind.

  • – Yin Yoga – loslassen, Fasziengewebe arbeiten lassen, Verspannung lösen
  • – Yoga Sanft – entspannen, achtsames Yoga, runterkommen von einer stressigen Woche
  • – Vinyasa Yoga – Stärkung des Rückens, durchhalten, Kraft aufbauen
  • – Ashtanga Yoga – Kraft aufbauen, Stärkung des Körpers
  • – Hatha Yoga – bewusstes Yoga, achtsames Praktizieren, Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung

Noch ein Mythos zum Schluss mit dem wir aufräumen möchten

Es wird immer behauptet, dass heiße Temperaturen die Blutgefäße weiten und somit Hotyoga die Durchblutung dauerhaft verbessert. Sportmediziner haben Anfang 2018 im Fachjournal Experimental Physiology eine Studie veröffentlicht, die diese Theorie widerlegt, aber dennoch allgemein zu einem positiven Ergebnis kommt.

Die Mediziner untersuchten in ihrer Forschung 80 Teilnehmer, von denen ein Drittel zwölf Wochen lang regelmäßig Hotyoga praktizierte, ein weiteres Drittel machte die gleichen Übungen im selben Zeitraum genauso oft bei Raumtemperatur und das letzte Drittel behielt den Lebensstil bei und trieb gar keinen Sport. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass sich bei beiden Yogagruppen die Blutgefäße geweitet und somit die Durchblutung verbessert hatte. Jedoch gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen der Hotyoga-Gruppe und der Gruppe, die die Yogaübungen bei 23°C Raumtemperatur praktizierte. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, das Yoga allgemein die Durchblutung fördert, eine bessere Durchblutung aber nicht unmittelbar mit der Raumtemperatur beim Hotyoga zusammenhängt.

Vielleicht ist Hotyoga auch genau das Richtige für Sie, wir können es wegen der Stärkung des Rückens und dem Aufbauen von Abwehrkräften nur empfehlen!

Studie: Effects of yoga interventions practised in heated and thermoneutral conditions on endothelium‐dependent vasodilatation: The Bikram yoga heart study – veröffentlicht im Fachjournal Experimental Physiology

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